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Heizung installieren 2026: Kosten, Förderung & 65 % Regel | DAU Flintbek

Inhalt

Gesetzlicher Rahmen – was beim Heizungstausch ab 2026 gilt

Wer in Flintbek, Kiel oder Rendsburg eine Heizung installieren möchte, sieht sich 2026 mit neuen Anforderungen konfrontiert. Das novellierte Gebäudeenergiegesetz (GEG) sieht vor, dass jede neu eingebaute Heizung künftig mindestens 65 % erneuerbare Energie nutzen muss. Im Neubau ist diese Vorgabe seit 1. Januar 2024 verbindlich, für Bestandsgebäude gelten Übergangsfristen: In Großstädten mit mehr als 100.000 Einwohnern wie Kiel greift die Pflicht spätestens am 30. Juni 2026, in kleineren Städten erst am 30. Juni 2028. Wird eine kommunale Wärmeplanung vorzeitig verabschiedet, kann die Frist auch früher beginnen. Das bedeutet: Hauseigentümer im Raum Kiel müssen sich schon jetzt auf klimafreundliche Heiztechniken einstellen, während ländliche Gemeinden wie Flintbek etwas mehr Zeit haben.

Das GEG erlaubt weiterhin den Einbau von Öl‑ oder Gasheizungen bis zum Ablauf der Wärmeplan‑Fristen, verlangt aber ab 2029 steigende Anteile an Biogas oder Wasserstoff (15 % ab 2029, 30 % ab 2035, 60 % ab 2040). Ab Ende 2044 müssen alle Heizungen komplett klimaneutral betrieben werden. Zudem bleibt die 30‑Jahres‑Austauschpflicht bestehen: Konstanttemperatur‑Kessel dürfen nach 30 Jahren nicht mehr betrieben werden. Für funktionierende Heizungen gibt es aber keine Austauschpflicht – wer seine alte Heizung jedoch rechtzeitig ersetzt, profitiert von Förderboni und vermeidet drohende Preissteigerungen bei fossilen Brennstoffen.

Förderungen – Bundesprogramme und Landeszuschüsse

Der Staat unterstützt den Heizungstausch mit einer attraktiven Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG). Die Fördersätze wurden 2024 neu geregelt: Die Grundförderung beträgt 30 % der Investitionskosten und gilt für alle Eigentümer – egal ob sie selbst im Gebäude wohnen oder vermieten. Für Wärmepumpen mit natürlichen Kältemitteln oder Erd‑, Grund‑ bzw. Abwasser als Wärmequelle gibt es zusätzlich 5 % Effizienzbonus. Wer als selbstnutzender Eigentümer seine funktionierende fossile Heizung bis Ende 2028 gegen eine erneuerbare Technologie austauscht, erhält einen Geschwindigkeitsbonus von 20 %, der ab 2029 schrittweise sinkt. Hauseigentümer mit einem zu versteuernden Haushaltseinkommen von weniger als 40.000 € profitieren von einer Einkommensförderung von weiteren 30 %. Maximal sind 70 % Förderung möglich, wobei die förderfähigen Kosten für die erste Wohneinheit auf 30.000 € begrenzt sind.

Neben der Bundesförderung unterstützen manche Länder den Umstieg auf erneuerbare Energien. Schleswig‑Holstein fördert innerhalb des Programms „Klimaschutz für Bürgerinnen und Bürger“ unter anderem Wärmepumpen mit bis zu 2.000 €, Solarkollektoranlagen und Biomasse‑Heizungen mit bis zu 900 € und Wärmenetzanschlüsse mit 500 €. Bis zu 50 % der Gesamtkosten sind förderfähig, allerdings dürfen zusammen mit der Bundesförderung maximal 60 % der förderfähigen Ausgaben gefördert werden. Die Anträge können seit 2023 online gestellt werden und das Programm läuft bis Ende 2026.

Was bedeutet 65 % erneuerbare Energie?

Die Vorgabe von „65 % erneuerbarer Energie“ ist technologieoffen. Eigentümer dürfen frei wählen, wie sie den Anteil erfüllen. Die wichtigsten Optionen umfassen:

  • Elektrische Wärmepumpen (Luft‑, Erd‑ oder Wasser‑Wärmepumpen). Sie nutzen kostenlose Umweltwärme und erreichen im Neubau Jahresarbeitszahlen (JAZ) von > 3. In gut gedämmten Bestandsgebäuden arbeiten moderne Geräte auch noch bei -20 °C zuverlässig.
  • Biomasse‑Heizungen wie Pellet‑ oder Hackschnitzel‑Kessel. Sie verbrennen erneuerbare Rohstoffe und sind vor allem auf dem Land interessant, erfordern aber Lagerplatz und regelmäßige Wartung.
  • Gas‑ oder Öl‑Hybridheizungen mit Wärmepumpe oder Solarthermie. Sie kombinieren eine Wärmepumpe mit einem fossilen Kessel und erfüllen so die geforderte Quote.
  • „H2‑ready“‑Gasheizungen. Diese Geräte können später auf den Betrieb mit 100 % Wasserstoff umgerüstet werden, sofern es einen verbindlichen regionalen Wasserstoff‑Ausbauplan gibt.
  • Solarthermie‑ oder Photovoltaik‑Heizungen. In Kombination mit anderen Systemen liefern sie erneuerbare Wärme und Strom.
  • Fern‑ oder Nahwärme, sofern der Anbieter garantiert, dass der Wärmeanteil den gesetzlichen Anforderungen entspricht.

Bei Gas‑ und Öl‑Heizungen ohne Hybridsystemen gelten Übergangsregeln: Wird die neue Heizung vor der kommunalen Wärmeplanung eingebaut, müssen ab 2029 nur 15 % erneuerbare Energien eingesetzt werden; ab 2035 steigt der Anteil auf 30 %, ab 2040 auf 60 %. Diese Option erscheint zunächst attraktiv, birgt aber langfristige Kostenrisiken, da CO₂‑Abgaben und Gaspreise steigen werden.

Schritt für Schritt zur neuen Heizung

Das Erneuern einer Heizungsanlage ist ein komplexes Projekt. Damit der Tausch reibungslos funktioniert und die Förderung nicht verloren geht, lohnt sich ein strukturierter Ablauf:

  1. Bedarf analysieren – Ermitteln Sie Ihren Heizenergieverbrauch (z. B. mit dem Heizspiegel) und prüfen Sie den Zustand der bestehenden Anlage. In Kiel gilt die Heizperiode laut Rechtsprechung von 1. Oktober bis 30. April. In dieser Zeit lässt sich durch Heizgradtage‑Vergleiche der Energiebedarf bewerten.
  2. Energieberatung einholen – Nutzen Sie die geförderte „Energieberatung für Wohngebäude“ des BMWK oder eine Energieberatung der Verbraucherzentrale. Eine fachkundige Beratung erstellt einen individuellen Sanierungsfahrplan und zeigt mögliche Förderungen. Ein ISFP kann zusätzlich mit 5 % Bonus gefördert werden.
  3. Kommunale Wärmeplanung prüfen – Erkundigen Sie sich bei Ihrer Gemeinde, ob eine kommunale Wärmeplanung vorliegt. In Kiel (Stadt >100.000 Einwohner) wird der Wärmeplan spätestens bis 30. Juni 2026 veröffentlicht. Die Planung zeigt, ob in Zukunft ein Anschluss an ein Wärmenetz oder Wasserstoffnetz möglich ist.
  4. Heizsystem auswählen – Vergleichen Sie die technischen Optionen: Wärmepumpe, Biomasse, Hybridheizung, Solarthermie oder Wasserstoff‑bereite Gasheizung. Achten Sie auf die Einbindung vorhandener Heizkörper, Dachflächen für PV, verfügbaren Lagerraum für Pellets etc.
  5. Angebote einholen und Kosten planen – Lassen Sie mehrere Angebote erstellen. Seriöse Handwerksbetriebe erklären transparent, welche Komponenten benötigt werden und welche Kosten entstehen.
  6. Förderung beantragen – Stellen Sie den Antrag für die Bundesförderung (BEG) bei der KfW bzw. dem BAFA. Antragstellung und Förderzusage müssen vor Auftragserteilung erfolgen. In Schleswig‑Holstein können Sie zusätzlich Landeszuschüsse beantragen; reichen Sie dazu den Bundeszuwendungsbescheid nach.
  7. Installation und hydraulischer Abgleich – Nach Förderzusage beauftragen Sie den Einbau. Fachfirmen führen einen hydraulischen Abgleich durch, passen Heizungspumpe und Heizkörper an und dokumentieren die Arbeiten. Im Altbau sollten Heizkörper geprüft und ggf. vergrößert werden, damit die Wärmepumpe mit niedrigen Vorlauftemperaturen arbeiten kann. Experten empfehlen, für die Umrüstung mindestens ein halbes Jahr einzuplanen und eine sorgfältige Heizlastberechnung pro Raum durchzuführen.
  8. Nachweis und Auszahlung – Nach Abschluss der Arbeiten reichen Sie die Rechnungen und Nachweise ein. Die Auszahlung des Zuschusses erfolgt erst danach.
  9. Wartung und Optimierung – Lassen Sie die Heizanlage regelmäßig warten. Eine Wärmepumpe hält 20–25 Jahre und profitiert von regelmässiger Software‑Updates. Prüfen Sie auch, ob eine Photovoltaik‑Anlage oder Batteriespeicher die Eigenstromnutzung erhöhen kann.

Diese Schritte sorgen dafür, dass Fördermittel nicht verfallen und die Anlage optimal dimensioniert ist. Gerade bei Altbauten sind sorgfältige Planung und Dämmmassnahmen entscheidend: Wärmepumpen benötigen grössere Heizflächen und sollten mit einer guten Gebäudehülle kombiniert werden. In vielen Altbauten sind die Heizkörper jedoch überdimensioniert – oft genügt der Austausch einzelner Radiatoren und ein hydraulischer Abgleich.

Typische Fehler und verbreitete Mythen

Viele Hausbesitzer zögern beim Heizungstausch, weil sie unsicher sind oder auf Mythen hereinfallen. Die folgende Liste klärt Irrtümer und hilft, teure Fehler zu vermeiden:

  • Mythos: „Wärmepumpen funktionieren im Altbau nicht.“ Moderne Wärmepumpen arbeiten effizient, wenn das Gebäude zumindest teilweise gedämmt ist und ausreichend grosse Heizflächen vorhanden sind. Ein Praxistest: Senken Sie die Vorlauftemperatur der alten Heizung an einem kalten Tag auf 55 °C. Bleiben alle Räume warm, ist der Einsatz einer Wärmepumpe problemlos möglich.
  • Mythos: „Man sollte warten, bis die alte Heizung kaputt ist.“ Wer den Tausch plant, bevor die Anlage ausfällt, kann Förderboni wie den Geschwindigkeitsbonus (bis Ende 2028) sichern und muss keine teure Interimslösung mieten. Der Austausch unter Zeitdruck führt oft zu Kompromissen.
  • Fehler: Nur die Anschaffungskosten betrachten. Günstige Gasheizungen locken mit niedrigen Investitionskosten, verursachen aber hohe laufende Kosten durch steigende CO₂‑Abgaben und Brennstoffpreise. Erneuerbare Heizungen sind teurer in der Anschaffung, werden aber großzügig gefördert und verursachen niedrigere Betriebskosten.
  • Fehler: Keine Heizlastberechnung durchführen. Eine unzureichend dimensionierte Wärmepumpe führt zu ineffizientem Betrieb oder Kältezonen. Für Altbauten ist eine detaillierte Heizlastberechnung pro Raum und eine Anpassung der Heizkörper unverzichtbar.
  • Fehler: Förderanträge zu spät stellen. Die Bundesförderung muss vor Vertragsabschluss beantragt werden. Wer zu spät dran ist, verliert den Anspruch. Informieren Sie sich frühzeitig über Antragsfenster und benötigte Unterlagen.
  • Fehler: Mangelnde Transparenz bei Handwerkern. Wählen Sie einen zertifizierten Meisterbetrieb mit Referenzen aus Ihrer Region. Seriöse Betriebe legen Wert auf Beratungsqualität, klare Angebote und termingerechte Umsetzung.

Technische Optionen im Detail – Vor‑ und Nachteile der Heizsysteme

Neben der Frage „erneuerbar oder fossil?“ stellt sich, welche Technik zu Ihrem Haus passt. Jedes System hat Stärken und Schwächen, die Sie kennen sollten. Die folgende Übersicht hilft bei der Auswahl:

Wärmepumpen – Arten, Vor‑ und Nachteile

Wärmepumpen nutzen kostenlose Umweltwärme und sind das Herzstück der Wärmewende. Es gibt verschiedene Bauarten:

  • Luft‑Wasser‑Wärmepumpen: Sie gewinnen Wärme aus der Außenluft und lassen sich unkompliziert installieren. Ihre Effizienz (Jahresarbeitszahl) ist bei sehr niedrigen Außentemperaturen geringer, dafür sind Anschaffungskosten und Platzbedarf moderat. Moderne Geräte haben einen Nachtmodus und Schallschutzhauben, damit die Nachbarn nicht gestört werden.
  • Erdwärme‑ oder Grundwasser‑Wärmepumpen: Diese Systeme beziehen Wärme aus dem Erdreich oder dem Grundwasser. Durch die konstanten Temperaturen sind sie deutlich effizienter als Luftwärmepumpen. Allerdings benötigen sie Bohrungen, die genehmigt werden müssen, und die Installationskosten sind höher. Bei Grundwasserpumpen muss zudem die chemische Zusammensetzung des Wassers passen.
  • Luft‑Luft‑Wärmepumpen: Hier wird die Raumluft direkt erwärmt. Die Geräte können im Sommer auch kühlen und eignen sich für gut gedämmte Häuser mit Lüftungsanlage. Warmwasser muss jedoch über ein separates System erzeugt werden.
  • Hybrid‑Wärmepumpen: Sie kombinieren eine Wärmepumpe für die Grundlast mit einem zweiten Wärmeerzeuger (z. B. Gas‑Brennwertkessel) für Spitzenlasten. Diese Technologie ist interessant, wenn das Haus noch nicht komplett für eine reine Wärmepumpe vorbereitet ist.
  • Brauchwasser‑Wärmepumpen: Kleine Luft‑Wasser‑Geräte, die nur für Warmwasser zuständig sind. Sie entlasten die Hauptheizung im Sommer.

Vorteile: Wärmepumpen arbeiten effizient, weil sie aus 1 kWh Strom zwei‑ bis viereinhalb kWh Wärme erzeugen können. Sie verursachen keine lokalen Emissionen und können mit Ökostrom CO₂‑neutral betrieben werden. Je nach Art sind sie sogar als Klimaanlage nutzbar.

Nachteile: Die Investitionskosten sind höher als bei fossilen Heizungen, und die Effizienz sinkt bei sehr hohen Vorlauftemperaturen. Für einen wirtschaftlichen Betrieb sind genaue Dimensionierung, niedrige Vorlauftemperaturen (am besten ≤55 °C) und ein hydraulischer Abgleich unverzichtbar. Eine unsachgemäß geplante oder überdimensionierte Wärmepumpe taktet (schaltet häufig an und aus), was die Lebensdauer verkürzt.

Biomasse – Pellet‑ und Scheitholzheizungen

Pelletheizungen verbrennen Presslinge aus Sägemehl. Im Vergleich zu Scheitholz ist der Wassergehalt geringer, es entsteht wenig Asche und die Pellets können automatisch in den Brennraum transportiert werden. Die Verbrennung setzt nur so viel CO₂ frei, wie der Baum zuvor aufgenommen hat; das macht die Technik nahezu klimaneutral, solange die Rohstoffe aus nachhaltiger Forstwirtschaft stammen. Für die Lagerung ist ein trockener Raum erforderlich. Wer zuvor einen Öltank hatte, kann diesen oft umnutzen. Andernfalls müssen Platz und Belüftung für das Pelletlager eingeplant werden, damit sich kein Kohlenmonoxid ansammelt.

Scheitholz‑ und Kaminöfen liefern behagliche Wärme, sind aber meist nur für einzelne Räume geeignet und erfüllen die 65‑%-Anforderung nicht allein. Zudem müssen alte Öfen bis Ende 2024 nachgerüstet oder ausgetauscht werden, wenn sie die Grenzwerte der 1. BImSchV nicht einhalten.

Vorteile: Biomasseheizungen bieten Versorgungssicherheit und nutzen regionale Rohstoffe. Die Brennstoffkosten sind derzeit stabiler als bei fossilem Gas oder Öl. Pelletheizungen laufen vollautomatisch und können als alleinige Heizung betrieben werden.

Nachteile: Die Anschaffungskosten für Pelletkessel und Lagerraum sind hoch und es besteht Wartungsaufwand (Entaschung, Reinigung, Kontrolle durch den Schornsteinfeger). Zudem ist der Rohstoff Holz begrenzt; lange Transportwege und nicht zertifizierte Pellets verschlechtern die Umweltbilanz.

Brennwertkessel – fossile Klassiker

Brennwertkessel für Gas oder Öl sind technisch ausgereift und günstig in der Anschaffung. Sie nutzen die Kondensationswärme aus den Abgasen und erreichen Wirkungsgrade von über 90 %. Allerdings steigen die CO₂‑Abgaben stetig, und die 65‑%-Regel schreibt wachsende Anteile an Biogas oder Wasserstoff vor. Die Technik ist nur zukunftssicher, wenn sie mit erneuerbaren Energien kombiniert wird (z. B. Hybridheizung, Biogas, Power‑to‑Gas).

Fernwärme, Blockheizkraftwerke und Brennstoffzellen

Fern‑ und Nahwärme speisen die Wärme über Übergabestationen ein. Wird das Netz zu mindestens 65 % aus erneuerbaren Quellen oder unvermeidbarer Abwärme gespeist, erfüllt der Anschluss automatisch die gesetzlichen Anforderungen. Eigentümer müssen prüfen, ob ihre Kommune entsprechende Pläne hat.

Blockheizkraftwerke (BHKW) koppeln Strom‑ und Wärmeerzeugung. Die Abwärme der Stromproduktion heizt das Gebäude, wodurch der Energieverbrauch gegenüber getrennter Erzeugung um rund 30 % sinkt. In Einfamilienhäusern werden BHKW kaum gefördert; sie lohnen sich eher bei hohem Wärme‑ und Strombedarf.

Brennstoffzellenheizungen erzeugen Strom und Wärme durch die Reaktion von Wasserstoff und Sauerstoff. Sie sind effizient und werden meist als Kombigeräte mit einem Brennwertkessel angeboten. Die Wirtschaftlichkeit hängt vom Stromverbrauch und der Einspeisevergütung ab. Solche Anlagen eignen sich vor allem für Gebäude mit konstant hohem Energiebedarf.

Effizient mit Wärmepumpe heizen – sechs Erfolgsfaktoren

Viele Vorurteile gegenüber Wärmepumpen entstehen aus falsch dimensionierten oder schlecht eingestellten Anlagen. Ein Faktencheck der Verbraucherzentrale Rheinland‑Pfalz nennt sechs Bedingungen für den wirtschaftlichen Betrieb im Altbau. Die wichtigsten Punkte zusammengefasst:

  1. Genaue Dimensionierung: Die Leistung der Wärmepumpe sollte nicht zu großzügig bemessen sein. Sicherheitszuschläge machen das Gerät unnötig teuer und führen zu häufigem Ein‑ und Ausschalten („Takten“), was die Lebensdauer verkürzt. Für jeden Raum muss die Heizleistung berechnet und addiert werden.
  2. Vorlauftemperatur begrenzen: Um effizient zu arbeiten, sollte die Vorlauftemperatur auf maximal 55 °Ceingestellt werden – je niedriger, desto besser. Je größer die Heizflächen (Fußboden‑ oder Wandheizungen) sind, desto niedriger kann die Temperatur sein. Bei vorhandenen Heizkörpern reicht es oft, einige gegen größere Modelle auszutauschen.
  3. Hydraulischer Abgleich: Ungleichmäßig durchströmte Heizkörper führen zu kalten Räumen und veranlassen den Nutzer, die Heizleistung oder Pumpenleistung hochzudrehen. Ein hydraulischer Abgleich stellt den richtigen Durchfluss an jedem Heizkörper ein und erhöht die Effizienz.
  4. Heizkurve richtig einstellen: Die Regelung der Wärmepumpe muss an die Gebäudeeigenschaften angepasst werden, damit die Vorlauftemperatur je nach Außentemperatur korrekt ist. Unpassende Heizkurven können den Stromverbrauch erhöhen.
  5. Erfahrene Fachbetriebe wählen: Wärmepumpen reagieren sensibler auf Planungsfehler als fossile Heizungen. Ein erfahrener Betrieb weist auf die genannten Punkte hin, führt die Heizlastberechnung durch und kalkuliert die Kosten transparent.
  6. Weitere Dämmmaßnahmen prüfen: Eine Wärmepumpe arbeitet umso effizienter, je besser die Gebäudehülle ist. Schon kleine Dämmmaßnahmen (z. B. Kellerdecke, Dachboden) können den Heizbedarf spürbar senken.

Wärmepumpe und Photovoltaik – das Dreamteam

Die Kombination aus Wärmepumpe und Photovoltaikanlage steigert den Eigenverbrauch von Solarstrom, senkt Energiekosten und macht unabhängiger vom Strompreis. Ein Erfahrungsbericht des Umweltbundesamts zeigt die Potenziale: In einem teilsanierten Einfamilienhaus aus dem Jahr 1996 wurde Ende 2022 die Ölheizung durch eine Luft‑Wasser‑Wärmepumpe ersetzt; Mitte 2023 folgten eine Photovoltaikanlage (13,2 kWp) und ein Elektroauto. Nach einem Jahr sanken die Strom‑ und Wärmekosten um 72 % und es wurden 13,9 Tonnen CO₂ pro Jahr eingespart. Die Wärmepumpe arbeitet mit einer Jahresarbeitszahl von 4,2, und dank großer Heizkörper reichte eine Vorlauftemperatur von 45 °C. Der Autarkiegrad des Systems liegt bei 58 %. Die Investitionskosten betrugen 36.000 € für die Wärmepumpe und insgesamt 38.000 € inkl. Dämmmaßnahmen, wovon 18.000 € durch Fördermittel gedeckt wurden.

Diese Fallstudie zeigt: Eine Wärmepumpe kann auch in einem Altbau mit Heizkörpern effizient arbeiten, wenn die Vorlauftemperatur gesenkt und die Heizkörper ausreichend groß sind. In Verbindung mit Photovoltaik deckt der selbst erzeugte Strom einen erheblichen Teil des Verbrauchs. Für Neubauten oder sanierte Häuser in Kiel und Umgebung ist die Kombination aus Wärmepumpe und PV daher besonders attraktiv, da im Norden viel Wind‑ und Solarstrom verfügbar ist.

Entscheidungsleitfaden – welche Heizung passt zu welchem Haus?

Die Wahl der Heizung hängt von Gebäudetyp, Dämmzustand, Budget und persönlichen Zielen ab. Diese Matrix hilft bei der Orientierung:

Gebäudetyp / ZustandEmpfohlene SystemeHinweiseNeubau / sehr gut gedämmter NeubauWärmepumpe (Luft‑Wasser, Erd‑ oder Grundwasser), ggf. in Kombination mit PhotovoltaikNiedrige Vorlauftemperaturen ermöglichen hohe Effizienz; Wärmepumpen sind Standard.Bestandsgebäude mit guter Dämmung (Sanierungsstand ≥ 1990)Wärmepumpe (ggf. Hybrid), Fernwärme, PelletheizungPrüfen Sie die Heizkörpergröße und reduzieren Sie die Vorlauftemperatur; ein Sanierungsfahrplan erleichtert die Planung.Altbau ohne umfassende DämmungHybrid‑Heizung (Wärmepumpe + Gas / Öl), Pelletheizung, FernwärmeEine reine Wärmepumpe funktioniert meist, wenn Heizflächen groß genug sind; andernfalls sollte die Gebäudehülle gedämmt oder ein Hybridsystem gewählt werden.Ländliche Gebiete ohne GasnetzPelletheizung, Wärmepumpe, Biomasse + SolarthermieUnabhängigkeit von fossilen Energieträgern; Lagerraum für Pellets erforderlich.Mehrfamilienhaus / hoher WärmebedarfFernwärme, Brennstoffzellenheizung, BHKWWirtschaftliche Wärmeerzeugung durch Kraft‑Wärme‑Kopplung oder Wärmenetz; individuelle Lösungen mit Wärmepumpen sind möglich.

Diese Übersicht ersetzt keine individuelle Beratung, zeigt aber typische Kombinationen. Ein Energieberater oder ein erfahrener Meisterbetrieb vor Ort kann die optimale Lösung für Ihr Haus ermitteln.

Regionale Besonderheiten für Kiel, Flintbek & Rendsburg

Norddeutschland zeichnet sich durch ein maritimes Klima mit milden Sommern, feuchten Wintern und starken Winden aus. Die Heizperiode reicht in der Rechtsprechung üblicherweise vom 1. Oktober bis zum 30. April; in dieser Zeit herrscht hoher Wärmebedarf. Küstenwind und häufige Niederschläge erhöhen die Wärmeverluste durch Zugluft, weshalb eine gute Wärmedämmung der Gebäudehülle besonders wichtig ist. Dachflächen in der Region sind prädestiniert für Photovoltaik, da der Strom aus Wind‑ und Solarenergie im Norden reichlich verfügbar ist. Eine Kombination aus Wärmepumpe und PV senkt die Betriebskosten und entlastet das Stromnetz.

Kiel zählt zu den Großstädten, in denen die 65‑%-Regel bereits 2026 gilt. Die Stadt arbeitet an einer kommunalen Wärmeplanung, die Anschlussmöglichkeiten an Fernwärme und zukünftige Wasserstoffnetze aufzeigt. Eigentümer sollten sich frühzeitig über geplante Wärmenetze in ihrer Straße informieren. Flintbek und Rendsburg haben weniger als 100.000 Einwohner; dort greift die 65‑%-Pflicht erst 2028, es sei denn, die Kommunen legen ihre Wärmepläne früher vor. Auch ländliche Gemeinden profitieren von der Energiewende, denn Wärmepumpen und Biomasse‑Heizungen sind unabhängig von Gaslieferungen, erhöhen die Versorgungssicherheit und schaffen lokale Wertschöpfung.

Als regionaler Meisterbetrieb kennt DAU Heizungs‑ & Sanitärtechnik die Besonderheiten des norddeutschen Klimas. Viele Altbauten im Raum Kiel verfügen noch über Öl‑ oder Gasheizungen. Der Umstieg auf erneuerbare Heizsysteme erfordert oft individuelle Lösungen: von der Anpassung der Heizkörper über den Einbau von Pufferspeichern bis zur Integration von Solaranlagen. Ein erfahrenes Team kann einschätzen, ob sich eine Luftwärmepumpe lohnt oder ob eine Erdsonde wirtschaftlicher ist. In dichten Wohnquartieren wie in Kiel‑Gaarden oder Rendsburg‑Neuwerk kann der Anschluss an Fernwärme sinnvoll sein, während in ländlichen Gebieten Biomasse‑Heizungen oder Erdwärmepumpen mehr Autarkie bieten.

Checkliste für den Förderantrag

  • Frühzeitig planen: Stellen Sie sicher, dass Ihre Unterlagen rechtzeitig vorliegen (Energieberatung, Sanierungsfahrplan, Angebote).
  • Heizlastberechnung: Lassen Sie die Heizlast für jeden Raum von einem Fachunternehmen ermitteln.
  • Wahl des Heizsystems: Prüfen Sie, welches System zu Ihrem Haus und Ihrem Budget passt (Wärmepumpe, Biomasse, Hybrid, Fernwärme).
  • Bundesförderung beantragen: Reichen Sie den Antrag bei KfW oder BAFA vor Vertragsabschluss ein. Nutzen Sie den Geschwindigkeitsbonus bis Ende 2028.
  • Landesförderung berücksichtigen: In Schleswig‑Holstein können Wärmepumpen mit bis zu 2.000 € zusätzlich gefördert werden. Achten Sie darauf, dass der Gesamtfördersatz 60 % nicht überschreitet.
  • Angebot unterschreiben: Erst nach der Förderzusage dürfen Sie den Vertrag mit dem Handwerksbetrieb abschließen.
  • Installation und Abnahme: Dokumentieren Sie alle Arbeitsschritte. Nach Abschluss reicht der Fachbetrieb die Nachweise ein, damit die Fördergelder ausgezahlt werden.

Zukunftssicher heizen in Schleswig‑Holstein

Wer 2026 eine neue Heizung installieren möchte, steht vor einer Weichenstellung: Das GEG verlangt 65 % erneuerbare Energie, CO₂‑Abgaben verteuern fossile Brennstoffe und die Energiepreise steigen. Gleichzeitig ermöglichen hohe Zuschüsse von Bund und Land eine umweltfreundliche Heizung zu attraktiven Konditionen. Moderne Wärmepumpen, Biomasse‑Heizungen, Hybridsysteme und Solarthermie bieten für jedes Gebäude eine passende Lösung. Eine sorgfältige Planung, die Berücksichtigung der kommunalen Wärmeplanung und die Nutzung aller Fördermöglichkeiten sind entscheidend.

Als regionaler Meisterbetrieb begleitet DAU Heizungs‑ & Sanitärtechnik Sie von der ersten Idee bis zur fertigen Anlage: mit individueller Beratung, transparenter Kostenplanung und fachgerechter Umsetzung. Wir kennen die Besonderheiten von Flintbek, Kiel und dem Landkreis Rendsburg‑Eckernförde und helfen Ihnen dabei, Ihr Zuhause fit für die Zukunft zu machen.

Weitere Informationen

  • Wärmepumpe – Vertiefende Informationen zu Arten, Kosten und Kombination mit Photovoltaik.
  • Heizung – Unsere Lösungen für Neubau und Sanierung, inklusive Fernwärme und Hybridheizungen.
  • Bad & Sanitär – Inspiration und Tipps für die Badsanierung sowie barrierefreie Ausstattung.
  • Instandhaltung & Wartung – Warum regelmäßige Wartung die Lebensdauer Ihrer Anlage verlängert.
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