Wer in Flintbek, Kiel oder Rendsburg eine Heizung installieren möchte, sieht sich 2026 mit neuen Anforderungen konfrontiert. Das novellierte Gebäudeenergiegesetz (GEG) sieht vor, dass jede neu eingebaute Heizung künftig mindestens 65 % erneuerbare Energie nutzen muss. Im Neubau ist diese Vorgabe seit 1. Januar 2024 verbindlich, für Bestandsgebäude gelten Übergangsfristen: In Großstädten mit mehr als 100.000 Einwohnern wie Kiel greift die Pflicht spätestens am 30. Juni 2026, in kleineren Städten erst am 30. Juni 2028. Wird eine kommunale Wärmeplanung vorzeitig verabschiedet, kann die Frist auch früher beginnen. Das bedeutet: Hauseigentümer im Raum Kiel müssen sich schon jetzt auf klimafreundliche Heiztechniken einstellen, während ländliche Gemeinden wie Flintbek etwas mehr Zeit haben.
Das GEG erlaubt weiterhin den Einbau von Öl‑ oder Gasheizungen bis zum Ablauf der Wärmeplan‑Fristen, verlangt aber ab 2029 steigende Anteile an Biogas oder Wasserstoff (15 % ab 2029, 30 % ab 2035, 60 % ab 2040). Ab Ende 2044 müssen alle Heizungen komplett klimaneutral betrieben werden. Zudem bleibt die 30‑Jahres‑Austauschpflicht bestehen: Konstanttemperatur‑Kessel dürfen nach 30 Jahren nicht mehr betrieben werden. Für funktionierende Heizungen gibt es aber keine Austauschpflicht – wer seine alte Heizung jedoch rechtzeitig ersetzt, profitiert von Förderboni und vermeidet drohende Preissteigerungen bei fossilen Brennstoffen.
Der Staat unterstützt den Heizungstausch mit einer attraktiven Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG). Die Fördersätze wurden 2024 neu geregelt: Die Grundförderung beträgt 30 % der Investitionskosten und gilt für alle Eigentümer – egal ob sie selbst im Gebäude wohnen oder vermieten. Für Wärmepumpen mit natürlichen Kältemitteln oder Erd‑, Grund‑ bzw. Abwasser als Wärmequelle gibt es zusätzlich 5 % Effizienzbonus. Wer als selbstnutzender Eigentümer seine funktionierende fossile Heizung bis Ende 2028 gegen eine erneuerbare Technologie austauscht, erhält einen Geschwindigkeitsbonus von 20 %, der ab 2029 schrittweise sinkt. Hauseigentümer mit einem zu versteuernden Haushaltseinkommen von weniger als 40.000 € profitieren von einer Einkommensförderung von weiteren 30 %. Maximal sind 70 % Förderung möglich, wobei die förderfähigen Kosten für die erste Wohneinheit auf 30.000 € begrenzt sind.
Neben der Bundesförderung unterstützen manche Länder den Umstieg auf erneuerbare Energien. Schleswig‑Holstein fördert innerhalb des Programms „Klimaschutz für Bürgerinnen und Bürger“ unter anderem Wärmepumpen mit bis zu 2.000 €, Solarkollektoranlagen und Biomasse‑Heizungen mit bis zu 900 € und Wärmenetzanschlüsse mit 500 €. Bis zu 50 % der Gesamtkosten sind förderfähig, allerdings dürfen zusammen mit der Bundesförderung maximal 60 % der förderfähigen Ausgaben gefördert werden. Die Anträge können seit 2023 online gestellt werden und das Programm läuft bis Ende 2026.
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Die Vorgabe von „65 % erneuerbarer Energie“ ist technologieoffen. Eigentümer dürfen frei wählen, wie sie den Anteil erfüllen. Die wichtigsten Optionen umfassen:
Bei Gas‑ und Öl‑Heizungen ohne Hybridsystemen gelten Übergangsregeln: Wird die neue Heizung vor der kommunalen Wärmeplanung eingebaut, müssen ab 2029 nur 15 % erneuerbare Energien eingesetzt werden; ab 2035 steigt der Anteil auf 30 %, ab 2040 auf 60 %. Diese Option erscheint zunächst attraktiv, birgt aber langfristige Kostenrisiken, da CO₂‑Abgaben und Gaspreise steigen werden.
Das Erneuern einer Heizungsanlage ist ein komplexes Projekt. Damit der Tausch reibungslos funktioniert und die Förderung nicht verloren geht, lohnt sich ein strukturierter Ablauf:
Diese Schritte sorgen dafür, dass Fördermittel nicht verfallen und die Anlage optimal dimensioniert ist. Gerade bei Altbauten sind sorgfältige Planung und Dämmmassnahmen entscheidend: Wärmepumpen benötigen grössere Heizflächen und sollten mit einer guten Gebäudehülle kombiniert werden. In vielen Altbauten sind die Heizkörper jedoch überdimensioniert – oft genügt der Austausch einzelner Radiatoren und ein hydraulischer Abgleich.
Viele Hausbesitzer zögern beim Heizungstausch, weil sie unsicher sind oder auf Mythen hereinfallen. Die folgende Liste klärt Irrtümer und hilft, teure Fehler zu vermeiden:
Neben der Frage „erneuerbar oder fossil?“ stellt sich, welche Technik zu Ihrem Haus passt. Jedes System hat Stärken und Schwächen, die Sie kennen sollten. Die folgende Übersicht hilft bei der Auswahl:
Wärmepumpen nutzen kostenlose Umweltwärme und sind das Herzstück der Wärmewende. Es gibt verschiedene Bauarten:
Vorteile: Wärmepumpen arbeiten effizient, weil sie aus 1 kWh Strom zwei‑ bis viereinhalb kWh Wärme erzeugen können. Sie verursachen keine lokalen Emissionen und können mit Ökostrom CO₂‑neutral betrieben werden. Je nach Art sind sie sogar als Klimaanlage nutzbar.
Nachteile: Die Investitionskosten sind höher als bei fossilen Heizungen, und die Effizienz sinkt bei sehr hohen Vorlauftemperaturen. Für einen wirtschaftlichen Betrieb sind genaue Dimensionierung, niedrige Vorlauftemperaturen (am besten ≤55 °C) und ein hydraulischer Abgleich unverzichtbar. Eine unsachgemäß geplante oder überdimensionierte Wärmepumpe taktet (schaltet häufig an und aus), was die Lebensdauer verkürzt.
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Pelletheizungen verbrennen Presslinge aus Sägemehl. Im Vergleich zu Scheitholz ist der Wassergehalt geringer, es entsteht wenig Asche und die Pellets können automatisch in den Brennraum transportiert werden. Die Verbrennung setzt nur so viel CO₂ frei, wie der Baum zuvor aufgenommen hat; das macht die Technik nahezu klimaneutral, solange die Rohstoffe aus nachhaltiger Forstwirtschaft stammen. Für die Lagerung ist ein trockener Raum erforderlich. Wer zuvor einen Öltank hatte, kann diesen oft umnutzen. Andernfalls müssen Platz und Belüftung für das Pelletlager eingeplant werden, damit sich kein Kohlenmonoxid ansammelt.
Scheitholz‑ und Kaminöfen liefern behagliche Wärme, sind aber meist nur für einzelne Räume geeignet und erfüllen die 65‑%-Anforderung nicht allein. Zudem müssen alte Öfen bis Ende 2024 nachgerüstet oder ausgetauscht werden, wenn sie die Grenzwerte der 1. BImSchV nicht einhalten.
Vorteile: Biomasseheizungen bieten Versorgungssicherheit und nutzen regionale Rohstoffe. Die Brennstoffkosten sind derzeit stabiler als bei fossilem Gas oder Öl. Pelletheizungen laufen vollautomatisch und können als alleinige Heizung betrieben werden.
Nachteile: Die Anschaffungskosten für Pelletkessel und Lagerraum sind hoch und es besteht Wartungsaufwand (Entaschung, Reinigung, Kontrolle durch den Schornsteinfeger). Zudem ist der Rohstoff Holz begrenzt; lange Transportwege und nicht zertifizierte Pellets verschlechtern die Umweltbilanz.
Brennwertkessel für Gas oder Öl sind technisch ausgereift und günstig in der Anschaffung. Sie nutzen die Kondensationswärme aus den Abgasen und erreichen Wirkungsgrade von über 90 %. Allerdings steigen die CO₂‑Abgaben stetig, und die 65‑%-Regel schreibt wachsende Anteile an Biogas oder Wasserstoff vor. Die Technik ist nur zukunftssicher, wenn sie mit erneuerbaren Energien kombiniert wird (z. B. Hybridheizung, Biogas, Power‑to‑Gas).
Fern‑ und Nahwärme speisen die Wärme über Übergabestationen ein. Wird das Netz zu mindestens 65 % aus erneuerbaren Quellen oder unvermeidbarer Abwärme gespeist, erfüllt der Anschluss automatisch die gesetzlichen Anforderungen. Eigentümer müssen prüfen, ob ihre Kommune entsprechende Pläne hat.
Blockheizkraftwerke (BHKW) koppeln Strom‑ und Wärmeerzeugung. Die Abwärme der Stromproduktion heizt das Gebäude, wodurch der Energieverbrauch gegenüber getrennter Erzeugung um rund 30 % sinkt. In Einfamilienhäusern werden BHKW kaum gefördert; sie lohnen sich eher bei hohem Wärme‑ und Strombedarf.
Brennstoffzellenheizungen erzeugen Strom und Wärme durch die Reaktion von Wasserstoff und Sauerstoff. Sie sind effizient und werden meist als Kombigeräte mit einem Brennwertkessel angeboten. Die Wirtschaftlichkeit hängt vom Stromverbrauch und der Einspeisevergütung ab. Solche Anlagen eignen sich vor allem für Gebäude mit konstant hohem Energiebedarf.
Viele Vorurteile gegenüber Wärmepumpen entstehen aus falsch dimensionierten oder schlecht eingestellten Anlagen. Ein Faktencheck der Verbraucherzentrale Rheinland‑Pfalz nennt sechs Bedingungen für den wirtschaftlichen Betrieb im Altbau. Die wichtigsten Punkte zusammengefasst:
Die Kombination aus Wärmepumpe und Photovoltaikanlage steigert den Eigenverbrauch von Solarstrom, senkt Energiekosten und macht unabhängiger vom Strompreis. Ein Erfahrungsbericht des Umweltbundesamts zeigt die Potenziale: In einem teilsanierten Einfamilienhaus aus dem Jahr 1996 wurde Ende 2022 die Ölheizung durch eine Luft‑Wasser‑Wärmepumpe ersetzt; Mitte 2023 folgten eine Photovoltaikanlage (13,2 kWp) und ein Elektroauto. Nach einem Jahr sanken die Strom‑ und Wärmekosten um 72 % und es wurden 13,9 Tonnen CO₂ pro Jahr eingespart. Die Wärmepumpe arbeitet mit einer Jahresarbeitszahl von 4,2, und dank großer Heizkörper reichte eine Vorlauftemperatur von 45 °C. Der Autarkiegrad des Systems liegt bei 58 %. Die Investitionskosten betrugen 36.000 € für die Wärmepumpe und insgesamt 38.000 € inkl. Dämmmaßnahmen, wovon 18.000 € durch Fördermittel gedeckt wurden.
Diese Fallstudie zeigt: Eine Wärmepumpe kann auch in einem Altbau mit Heizkörpern effizient arbeiten, wenn die Vorlauftemperatur gesenkt und die Heizkörper ausreichend groß sind. In Verbindung mit Photovoltaik deckt der selbst erzeugte Strom einen erheblichen Teil des Verbrauchs. Für Neubauten oder sanierte Häuser in Kiel und Umgebung ist die Kombination aus Wärmepumpe und PV daher besonders attraktiv, da im Norden viel Wind‑ und Solarstrom verfügbar ist.
Die Wahl der Heizung hängt von Gebäudetyp, Dämmzustand, Budget und persönlichen Zielen ab. Diese Matrix hilft bei der Orientierung:
Gebäudetyp / ZustandEmpfohlene SystemeHinweiseNeubau / sehr gut gedämmter NeubauWärmepumpe (Luft‑Wasser, Erd‑ oder Grundwasser), ggf. in Kombination mit PhotovoltaikNiedrige Vorlauftemperaturen ermöglichen hohe Effizienz; Wärmepumpen sind Standard.Bestandsgebäude mit guter Dämmung (Sanierungsstand ≥ 1990)Wärmepumpe (ggf. Hybrid), Fernwärme, PelletheizungPrüfen Sie die Heizkörpergröße und reduzieren Sie die Vorlauftemperatur; ein Sanierungsfahrplan erleichtert die Planung.Altbau ohne umfassende DämmungHybrid‑Heizung (Wärmepumpe + Gas / Öl), Pelletheizung, FernwärmeEine reine Wärmepumpe funktioniert meist, wenn Heizflächen groß genug sind; andernfalls sollte die Gebäudehülle gedämmt oder ein Hybridsystem gewählt werden.Ländliche Gebiete ohne GasnetzPelletheizung, Wärmepumpe, Biomasse + SolarthermieUnabhängigkeit von fossilen Energieträgern; Lagerraum für Pellets erforderlich.Mehrfamilienhaus / hoher WärmebedarfFernwärme, Brennstoffzellenheizung, BHKWWirtschaftliche Wärmeerzeugung durch Kraft‑Wärme‑Kopplung oder Wärmenetz; individuelle Lösungen mit Wärmepumpen sind möglich.
Diese Übersicht ersetzt keine individuelle Beratung, zeigt aber typische Kombinationen. Ein Energieberater oder ein erfahrener Meisterbetrieb vor Ort kann die optimale Lösung für Ihr Haus ermitteln.
Norddeutschland zeichnet sich durch ein maritimes Klima mit milden Sommern, feuchten Wintern und starken Winden aus. Die Heizperiode reicht in der Rechtsprechung üblicherweise vom 1. Oktober bis zum 30. April; in dieser Zeit herrscht hoher Wärmebedarf. Küstenwind und häufige Niederschläge erhöhen die Wärmeverluste durch Zugluft, weshalb eine gute Wärmedämmung der Gebäudehülle besonders wichtig ist. Dachflächen in der Region sind prädestiniert für Photovoltaik, da der Strom aus Wind‑ und Solarenergie im Norden reichlich verfügbar ist. Eine Kombination aus Wärmepumpe und PV senkt die Betriebskosten und entlastet das Stromnetz.
Kiel zählt zu den Großstädten, in denen die 65‑%-Regel bereits 2026 gilt. Die Stadt arbeitet an einer kommunalen Wärmeplanung, die Anschlussmöglichkeiten an Fernwärme und zukünftige Wasserstoffnetze aufzeigt. Eigentümer sollten sich frühzeitig über geplante Wärmenetze in ihrer Straße informieren. Flintbek und Rendsburg haben weniger als 100.000 Einwohner; dort greift die 65‑%-Pflicht erst 2028, es sei denn, die Kommunen legen ihre Wärmepläne früher vor. Auch ländliche Gemeinden profitieren von der Energiewende, denn Wärmepumpen und Biomasse‑Heizungen sind unabhängig von Gaslieferungen, erhöhen die Versorgungssicherheit und schaffen lokale Wertschöpfung.
Als regionaler Meisterbetrieb kennt DAU Heizungs‑ & Sanitärtechnik die Besonderheiten des norddeutschen Klimas. Viele Altbauten im Raum Kiel verfügen noch über Öl‑ oder Gasheizungen. Der Umstieg auf erneuerbare Heizsysteme erfordert oft individuelle Lösungen: von der Anpassung der Heizkörper über den Einbau von Pufferspeichern bis zur Integration von Solaranlagen. Ein erfahrenes Team kann einschätzen, ob sich eine Luftwärmepumpe lohnt oder ob eine Erdsonde wirtschaftlicher ist. In dichten Wohnquartieren wie in Kiel‑Gaarden oder Rendsburg‑Neuwerk kann der Anschluss an Fernwärme sinnvoll sein, während in ländlichen Gebieten Biomasse‑Heizungen oder Erdwärmepumpen mehr Autarkie bieten.
Wer 2026 eine neue Heizung installieren möchte, steht vor einer Weichenstellung: Das GEG verlangt 65 % erneuerbare Energie, CO₂‑Abgaben verteuern fossile Brennstoffe und die Energiepreise steigen. Gleichzeitig ermöglichen hohe Zuschüsse von Bund und Land eine umweltfreundliche Heizung zu attraktiven Konditionen. Moderne Wärmepumpen, Biomasse‑Heizungen, Hybridsysteme und Solarthermie bieten für jedes Gebäude eine passende Lösung. Eine sorgfältige Planung, die Berücksichtigung der kommunalen Wärmeplanung und die Nutzung aller Fördermöglichkeiten sind entscheidend.
Als regionaler Meisterbetrieb begleitet DAU Heizungs‑ & Sanitärtechnik Sie von der ersten Idee bis zur fertigen Anlage: mit individueller Beratung, transparenter Kostenplanung und fachgerechter Umsetzung. Wir kennen die Besonderheiten von Flintbek, Kiel und dem Landkreis Rendsburg‑Eckernförde und helfen Ihnen dabei, Ihr Zuhause fit für die Zukunft zu machen.